Nosferatu
[Friedrich Wilhelm Murnau, 1922]
Live-Musik: Histoplasmose [2004/05] von Interzone perceptible
FILM:
Murnaus Dracula-Interpretation schildert Wege ins Reich der Phantome. Brücken
werden betreten, Tore durchquert - dabei werden Grenzen überschritten,
jenseits derer die Vampirkräfte zugreifen können. Und das Reich breitet
sich im Laufe der Zeit immer weiter aus, bis es den gesamten filmischen Raum
einnimmt. Der Vampir kann vielleicht vertrieben werden, doch die Macht, die
ihn antreibt niemals - denn es ist die Macht des Kinos selbst.
MUSIK:
Histoplasmose - ein Pilz, der in Fledermauskot gedeiht - war Ursache für
das Sterben der Archäologen, die 1922 das Grab des Tutenchamun öffneten.
Die Fledermaus als zentrales Motiv der Vampirmythologie trägt die Sporen
der Histoplasmose in die Filmmusik, auf dass sie das Publikum von innen befallen.
Klangreise für
elektrifiziertes Akkordeon, gestrichenen E-Bass, Live-Elektronik, kleinen Gong,
(Schrei-)Stimme, EinMannFrauenchor, Zuspielungen, elektrifizierte Dachlatte,
mikrophoniertes Styropor, Kuchengabel auf Glasscheibe, singende Weingläser,
Kinderglockenspiel,Loop-Sampler.