fluss II
3 A
kkordeons
von Sven Hermann [1998]


zurück

Fluss II (basierend auf der ursprünglichen Version für Streichquartett (1996)) bedient sich derselben Einstiegsdroge, die auch mich mit dreizehn Jahren der zeitgenössischen Musik nähergebracht hat, der Beschäftigung mit der amerikanischen Minimal Music. Fluss I empfand ich 1996 als eine Art Studie; auszuprobieren, wie ich musikalisch mit der Aufgabe umgehe, eine logisch erklärbare Anfangskonstellation allmählich minimal und möglichst unauffällig zu verändern ohne konkret zu wissen, wohin mich der Weg führt Auch war die kompositorische Beschäftigung mit dieser Welt eine Art Vergangenheitsaufarbeitung, nämlich die Musik, die einen prägenden Stellenwert in meinem heutigen Wahrnehmen hat, selbst zu produzieren. Das Komponieren einer zweiten Version für die kritische Besetzung von drei Akkordeons mit all seinen Nachteilen (Stimmung voraus) war für mich der erste Versuch, ein Stück mit pädagogischem Inhalt zu schreiben, ohne dabei akademisch und tot zu wirken. Vielmehr liegt der Versuch darin, jungen Schülern eine Musik anzubieten, die ihnen aus der Popmusik bekannte Informationsreize wie Wiederholung (Pattern) oder einfach grundlegendes Hörverhalten (Musik als Klangteppich) beinhaltet.
Essen, 5.7.1999 Sven Hermann