Melodia
solo Akkordeon
von Toshio Hosokawa [1979]
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"Melodia"
des 1955 geborenen japanischen Komponisten Toshio Hosokawa bezieht sich auf
die japanische Tradition der Sho-Spieltechnik. Die Klangerzeugung dieses etwa
3000 Jahre alten Blasinstrumentes, eine wichtige Rolle in "Gagaku", der traditionellen
Musik des japanischen Kaiserhofes, spielend, beruht ebenfalls wie bei dem Akkordeon
auf dem Prinzip der durchschlagenden Zunge. "Sho-Aitake", im Entfernten vergleichbar
mit europäischem Akkorddenken, werden angeblasen, jedoch anders wie in europäischer
Musik erklingt nicht ein "Akkord" nach dem anderen, "Aitake" verschmelzen ineinander.
Die durch das Einatmen entstandene kurze Luftstromunterbrechung soll hörbar
sein, es darf aber kein "Loch" entstehen. Übertragen auf das Akkordeon wird
"Melodia" auf einem einzigen unendlichen Balgweg gespielt, eine melodische Linie,
die Energie aufnimmt, Partikel mitreißt, sie wieder abstößt, harmonische Schattierungen
erfährt.
[sh, 1997]
Dauer: 10'00