Mesostichon I [Traum April 03]
für eine(n) singenden Pianisten/in und CD-Zuspielung
oder
hohe Frauenstimme, Melodieinstrument und CD-Zuspielung Sven Hermann [Dezember 2003]

zurück

Das Stück ist für Laienmusiker komponiert, die technische Anforderung auf ein Minimum reduziert, dennoch wird enorm hohe Wachsamkeit und sensibles Hören vorausgesetzt. Prinzipiell ist Mesostichon I (Traum April 03) so konzipiert, dass das Klavier (oder Melodieinstrument) in jedem Takt einen Ton vorgibt, den der Sänger übernimmt. Referenz dabei ist ein Sinuston, der gesungene Ton soll möglichst senza vibrato und ohne aufgesetzte Emotionalität erklingen. Das formale und vor allem rhythmische Gerüst bildet die CD-Zuspielung, welche den Anfang eines Taktes überdeutlich markiert und das Metrum angibt. Jeder Takt hat einen eigenen Geschwindigkeitspuls, beispielsweise Viertel=45,45 oder Viertel=52,92 - Tempoverhältnisse, die ohne die Hilfe der CD nicht bewältigbar wären. Die Musiker bekommen oft nur zwei Metronomimpulse, um das neue Tempo im Kopf weiterzudenken. Der Text ist die Niederschrift eines Traumes, als Mesostichon über dem Wort "Traum" neu strukturiert. Diese neue Form wird zu Mesostichon I (Traum April 03).
[sh, III 04]


Traum 2 [April 2003] Sven Hermann

Ich begegne einem kleinen, dicken Mädchen mit Mops an der Leine. Sie schau
t  mich
schüchtern aus den Schlangenpupillen ih
r er
gelben Augen 
a n. Ich
wende mich dem Mops zu, welcher ein leuchtend buntes Fell und blaue A
u gen eines
menschlichen Säuglings hat und sage: "Was bist Du denn für einer? Na, ko
m m mal
 
her." Der Hund springt nervös auf, wedel
t  mit
seinem Ringelschwänzchen und kommt näher. Er sagt: "Ja". "Du kannst ja sp
r echen."
"Ja." "Kannst Du noch mehr sagen als -ja-?" "J
a ." Der
Hund wedelt blöde weiter wie alle Hunde es tun
u nd
versteht "blablah", nicht
m ehr.

[Dauer: 10'50''
UA mit der Version hohe Frauenstimme, Flöte und CD-Zuspielung
am 23.02.2004, Universität Potsdam, Tobias Reiser und Asja Khojojan]